Wie gelingt eine Welt ohne Armut?
Armut ist ein großes Problem. Aber was bedeutet „Armut“ überhaupt? Das ist gar nicht so einfach zu sagen. Es gibt verschiedene Arten von Armut. Man kann zum Beispiel wenig Geld haben (monetäre Armut). Oder man fühlt sich arm, weil andere Menschen mehr haben (relative Armut). Es gibt auch Armut, die nichts mit Geld zu tun hat. Amartya Sen, ein bekannter Denker, hat gesagt: Armut bedeutet auch, nicht die Freiheit zu haben, das eigene Leben selbst zu gestalten.
Was können wir gegen Armut tun?
Vor ein paar Jahren habe ich einen Workshop zu dieser Frage geleitet. Zehn Menschen haben sich drei Stunden lang intensiv mit dem Thema beschäftigt. Wir haben ein Werkzeug genutzt, das „Weltsystemmodell“ heißt. Es wurde von Tony Hodgson entwickelt und hilft dabei, große Probleme zu verstehen. Das Modell zeigt, dass alles auf der Welt zusammenhängt: Umwelt, Wirtschaft, Gemeinschaft und vieles mehr.
Erste Erkenntnisse aus dem Workshop
In kleinen Gruppen haben wir über die Herausforderungen gesprochen, die Armut verstärken. Dabei wurde schnell klar: Ohne echte Mitbestimmung (zum Beispiel in der Politik) lässt sich Armut nicht beseitigen. Ein Beispiel ist Wasser. Wenn Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, können sie schwer aus der Armut entkommen. Und Wasser hängt wiederum mit Nahrung, Gesundheit und der Natur zusammen.E
Was passiert, wenn es ein Grundeinkommen gibt?
Wir haben auch darüber nachgedacht, was passiert, wenn viele Länder ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) einführen. Das würde helfen, einige Probleme zu lösen. Aber es reicht nicht aus. Warum? Weil andere Probleme bestehen bleiben: Zugang zu sauberem Wasser, faire Verteilung von Ressourcen und echte Mitbestimmung der Menschen.
Ganzheitlicher Wohlstand statt nur „keine Armut“
Am Ende des Workshops haben wir das Ziel neu formuliert: Es geht nicht nur darum, Armut zu beenden. Wir wollen eine Welt, in der es allen Menschen gut geht – mit Wohlstand, der nicht nur aus Geld besteht. Beispiele für Wohlstand sind:
- Zeitwohlstand: Genügend Zeit für das, was wichtig ist.
- Entscheidungsfreiheit: Die Möglichkeit, das eigene Leben zu gestalten.
- Lebensraum: Sicherer Wohnraum und Zugang zu Ressourcen wie Wasser und Nahrung.
Lösungen für eine Welt ohne Armut
Der Workshop hat gezeigt: Es gibt keine einfache Lösung. Aber es gibt Ansätze, die helfen können:
- Wasser als Gemeingut verwalten → Wenn Wasser lokal und gemeinsam verwaltet wird, profitieren viele Menschen davon. Sauberes Wasser führt zu besserer Gesundheit, stabileren Gemeinschaften und mehr Wohlstand.
- Gemeinschaftswohnprojekte → In solchen Projekten leben Menschen zusammen und teilen Ressourcen wie Wohnraum und Lebensmittel. Das schafft Zusammenhalt und hilft, Kosten zu senken.
- Neue Geldmodelle → Wir müssen das Finanzsystem überdenken. Ein Beispiel ist das Gradido-Spiel, bei dem Menschen lernen, wie ein anderes Geldsystem funktionieren könnte.
- Schuldenschnitt und Vermögensobergrenzen → Ein globaler Schuldenschnitt könnte Länder entlasten. Vermögensobergrenzen würden helfen, Ressourcen gerechter zu verteilen.
Was können wir tun?
Wenn wir eine Welt ohne Armut möchten, müssen wir aktiv werden. Fangen wir im Kleinen an: Tauschen wir uns mit anderen aus, lernen wir von erfolgreichen Gemeinschaftsprojekten, und überlegen wir, was in unserem Umfeld möglich ist.
Wenn auch du mit deiner Organisation an einer besseren Welt arbeitest, schau dir mein Angebot Strategien für Changemaker an. Für alle zugänglich ist mein Angebot der „Possible Worlds“-Session können wir zusammen tiefer in die Frage eintauchen: Wie können wir den Wandel gestalten?
Eine Welt ohne Armut ist möglich – wenn wir unsere Perspektive auf die Welt verändern und gemeinsam handeln.